Patrick Marbers Dealer’s Choice

Patrick Marber – ein englischer Regisseur, Schauspieler, Dramatiker und Komiker. Der Durchbruch gelang ihm 1995 mit seinem ersten Stück Dealer’s Choice, das im Londoner Royal National Theater uraufgeführt wurde. Dieses Stück brachte ihm sogar zwei Auszeichnungen –  Evening Standard Award für die beste Komödie und Writers‘ Guild Award für das beste West End Schauspiel.

Inhalt

Die Handlung ist in ein Restaurant in London der Mitte 90er versetzt und in drei Akte zusammengepackt. Alles spielt sich während eines Pokerspiels nach dem Feierabend ab.

Im ersten Akt werden wir mit den agierenden Figuren bekannt gemacht – der Restaurantbesitzer Stephan, sein Koch Sweeney, seine Kellner Mugsy und Frankie und sein Sohn Karl. Üblicherweise spielen die Angestellten, Stephan und sein Sohn jeden Sonntag nach Feierabend Poker im Keller. Karl ist dabei süchtig nach Glücksspielen, verbirgt es aber vor dem Vater. Das Problem wird erst dann klar, wenn wir erfahren, dass er Ash 4 000 Pfund schuldet, der wiederum anderen noch 10 000 Pfund schuldig ist.

Der zweite Akt beginnt mit Ashes Ankunft im Restaurant. Da er wegen des Geldes kam, und Karl es eingespart hat, danach aber wieder verloren, lädt ihn Karl zu Pokerspielen ein. Während sich dieser als Karls ehemaliger Lehrer ausgibt, versucht Frankie auf der anderen Seite Sweeney vom Mitspielen zu überzeugen. Von sich denkt er, er sei der beste Pokerspieler in der Gruppe und er könnte als Profi in Vegas spielen.

Im dritten Akt geht das Pokerspiel endlich los. Ash gewinnt Runde für Runde und bezeichnet es als pures Anfängerglück. Je mehr gespielt wird, wird allen klar, dass Ash wahrscheinlich nicht derjenige ist, für den er sich ausgibt. Karl verlässt das Spiel, nachdem er genug Geld hatte, um bei Mugsy seine Schulden zu begleichen. Es bleiben Stephan, Ash und Mugsy, wonach Stephan aussteigt und Mugsy gewinnen lässt. Als letztendlich Stephan und Ash alleine im Keller bleiben, beginnen sie zu diskutieren, wer von ihnen der wahre Zocker ist – Stephan, der jeden Sonntag mit seinen Angestellten Poker spielt, oder Ash, der 10 000 Pfund Schulden hat. Am Ende wollen sie es nach langem Überreden von Ash dem Glück überlassen, wer das ganze Geld mit nach Hause nimmt. Die Münze soll entscheiden! Obwohl das Ergebnis nicht verraten wird, erläutert Ash mit dem Satz Four thousand pounds on the toss of a coin?, dass Stephan der wahre Zocker ist. Dieser lässt Ash das Geld nehmen, ohne die Summe nachzuprüfen.

Rezension

Hierbei handelt es sich um ein Stück, das die ganze Zeit nur an einem Ort spielt und nur sechs Personen involviert (sieben, wobei der dritte Kellner Tony nur erwähnt wird, jedoch nicht auftaucht). Am bekanntesten ist es dafür, dass darin keine Frauen erscheinen, noch mehr aber dafür, dass im Laufe des Spiels typisch männliche Eigenschaften, Fehler und Unzulänglichkeiten der sechs Personen geschildert werden.

Marber schafft es, die menschliche Natur ausgesetzt zu zeigen – ein sardonischer Eigentümer, der sich vom enttäuschenden, zockendem Sohn dem fröhlichen jungen Kellner zuwendet. All das an einem spannenden, intensiven Abend, der uns vom Saal eines Londoner Restaurants in den leeren Kellerraum führt.

Das Stück war so erfolgreich, dass es in den folgenden Jahren noch von zwei unterschiedlichen Regisseuren (Samuel West, Michael Longhurst) aufgegriffen wurde und in die Theater gebracht. Dabei blieben die Charaktere, die Themen und die allgemeine Botschaft unverändert.