Italienische Opernhäuser mit einem Casino

Die Oper entstand Mitte des 17. Jahrhunderts in Italien und fand ihr erstes Zuhause in den Opernhäusern. Diese wurden von Adeligen und für sie errichtet. Theater gab es schon davor, doch mit der steigenden Beliebtheit der Oper auch unter der Bevölkerung, wurden landesweit in den verschiedensten Städten immer mehr Opern- und Theaterhäuser gebaut.

Einige der berühmtesten, schönsten und bedeutendsten Opernhäuser sowohl in Italien als auch in der ganzen Welt sind Teatro alla Scala in Mailand, Teatro San Carlo in Neapel, Teatro Massimo in Palermo, Teatro La Fenice in Venedig usw. Zu dieser Zeit wurden in den Opernhäusern gleichzeitig Casinos aufgebaut, wo sich Profizocker getroffen haben.

Ein Casino im beliebtesten Opernhaus Italiens?

Teatro alla Scala ist das bedeutendste Opernhaus Italiens und eines der bekanntesten in der Welt. Es wurde von der österreichischen Kaiserin Maria Theresia gegründet und wurde nach der Kirche Santa Maria, die abgerissen wurde, um Platz für das Opernhaus zu schaffen. Giuseppe Verdi hat sich hier einen Namen gemacht und Gioachino Rossi dirigierte einige der größten Opern aller Zeiten. Das schlichte, klassizistische Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, danach aber in ganz kurzer Zeit wieder aufgebaut.

Wie es damals üblich war, waren die italienischen Opernhäuser vielseitige Einrichtungen, die eine breite Palette an Unterhaltungsmöglichkeiten boten und La Scala war keine Ausnahme. Eines der beliebtesten Elemente in vielen Opernhäusern war auf alle Fälle das Casino. Vor, nach, aber auch während der Bühnenauftritte, konnten sich die Gäste in die Casinoräume begeben. Das Wort Casino war damals natürlich nur ein Euphemismus für Bordell. Die Anzahl an Zockern im Foyer hat den Zuschauern erschwert, die Musik zu hören. Mary Shelley meinte, dass La Scala nicht nur als universeller Salon für die mailändische Gesellschaft dient, sondern auch für jede Art Handelstransaktion, sei es ein Pferde- oder Aktiengeschäft.

Nur vorgesehen – nicht genutzt

Ein weiteres beliebtes Opernhaus des 19. Jahrhundert war das in Palermo erbaute Teatro Massimo. Es wurde im Stil des Historizismus auf der Piazza Verdi gebaut, wo zuvor das Kloster und die Kirche abgerissen werden mussten, um Platz für den Neubau zu schaffen. Das Theater wurde mit Vivaldis Oper Falstaff eröffnet. Während der 1970er wurde das Opernhaus wegen einer suspekten Baupolitik und Korruptionsverdachts geschlossen und blieb die nächsten 20 Jahre zu.

Wie viele anderen zu dieser Zeit, war es ursprünglich nicht nur als ein Opernhaus, sondern auch als ein Ort für Karnevalsfeiern und Casino gedacht. Die Theaterräume wurden jedoch nie wirklich für solche Veranstaltungen und Zwecke genutzt.

Karneval in Venedig = Masken, Oper, Casino

Der Karneval in Venedig ist schon sein Jahrzehnten eine Sensation landes- und weltweit. Auf dem Platz von San Marco wurde früher jedes Jahr den ganzen Tag lang getanzt und gespielt. Dies entwickelte sich in die Karnevalsfeier. Schnell hat sich die Einwohnerzahl von Venedig verdoppelt. Bald wurde der Karneval eine sehr profitable Zeit für viele Unternehmen, wie Maskenmacher (die einen privilegierten Platz in der Gesellschaft hatten), Casinos und Opernproduktion. Die politische und wirtschaftliche Stabilität, die in Venedig erreicht wurde, führte zu einer blühenden Ära des Kunstschaffens.

Geschichte mit zwei Gesichtern

Italien ist ein Land der Kunst, des Theaters, der Architektur, der Oper und vieles mehr. Wenn jedoch man ein bisschen näher hineinschaut, entdeckt man, dass die damaligen Opernhäuser zwei Gesichter hatten – Oper und Casino in einem. Wer hätte gewusst, dass Oper so viel Spaß machen kann?