Eine Rezension des Stücks “The Gambling Lady”

In der Herbstproduktion konnte die Theater- und Tanzabteilung des UC Davids seine neuen Theaterstücke vorstellen. Unter diesen ist das bekannte Stück „Gambling Lady“ zu finden, welches von Fidelis Morgan geleitet wird.

Das Theaterstück „Gambling Lady“ handelt von dem Leben einer jungen Frau, die eine Spielhalle betreibt und mit ihrer Spielsucht die ganze Familie verrückt macht. Das Stück wurde von der englischen Dramaturgin Susannah Centlivre geschrieben und stammt aus dem Jahr 1705. Heute wird das Stück als Restaurationskomödie bezeichnet, da es während der Restauration in England spielt. Selbst einen Film gab es bereits über das Stück, welcher allerdings einige Jahre später erst auf den Leinwänden zu sehen war. Doch was ist der Grund für ein solches Theaterstück? Morgan wollte mit diesem Stück die Frauen wieder ins Licht bringen. Viele Dramatikerinnen wurden aus der Öffentlichkeit verbannt, sodass sie handeln musste.

Die Studentin der Tanz- und Theaterabteilung Lisa Quoresimo spielt die Lady Lucy in dem Stück. Schon von Beginn an lobte sie das Theaterstück und konnte mit ihrer progressiven Bewegung punkten. Als Wissenschaftlerin wollte auch sie herausfinden, ob Frauen wirklich Stimmrepräsentation in einem Stück haben können. Alleine die Orgeln, welche das Stück dauerhaft unterstreichen Gedenken bereits an Quoresimo. „Gambling Lady“ zeigt daher eine Besetzung, die der tatsächlichen Geschlechterzusammensetzung ähnelt. Natürlich fragte sich Morgan immer wieder, aus welchem Grund viele Theaterstücke geschrieben werden, in denen zehn Männer spielen dürfen und nur zwei Frauen. Spielt man allerdings mit fünf Frauen und fünf Männer sehen es viele als außergewöhnlich an und wissen nicht genau, wie sie damit umgehen sollen. Morgan nannte genau dieses Phänomen „das Make up der Welt“.

Das gesamte Stück „Gambling Lady“ ist in einer hohen Sprache gehalten. Es war wichtig, dass ein klarer, lyrischer Sprechstil ermöglich wird. Dies liegt besonders daran, dass Morgan sehr stark daran interessiert ist, was das Publikum denkt und sagt. Die Hauptdarstellerin des Stückes Wendy Wyatt-Mair sagt ebenfalls, dass man alleine durch die erhöhte Sprache ein deutlich lustigeres Spielerlebnis erhalten kann. Insgesamt wird einem dadurch ein lustiges Spiel ermöglicht. Es gibt einige Sachen, die in dem Stück vorkommen, die in der heutigen Sprache garantiert nicht lustig wären. Daher handelt es sich mehr um ein Zeitdokument, bei dem die ältere Sprache deutlich lustiger und interessanter ist.

Morgan selbst ist eine englische Schauspielerin, Autorin und zugleich Regisseurin, die mit diesem Theaterstück eine beeindruckende Geschichte geschaffen hat. Die Autorin wurde sogar schon zur besten Schauspielerin nominiert. Daher bringt sie ausreichend Erfahrung in Zusammenarbeit mit Universitäten und professionellen Theatern mit. Die Unterschiede zwischen ihren einzelnen Theaterstücken bestehen darin, dass sie es schafft, mit einem eher geringen und zugleich flexiblen Budget eine große Produktion zu ermöglichen.

Doch mit der umfangreichen Geschichte von „Gambling Lady“ hat sie einen regelrechten Klassiker geschaffen. Sie liefert damit, trotz des Alters der Geschichte, eine mitreißende Darbietung, die ganz bestimmt kein klassisches Theater zeigt. Es ist einfach viel mehr als das. Kein stickiges und altes Stück, was die meisten Menschen glauben. Dies verabscheut Morgan selber. Sie bietet ihren Zuschauern einfach deutlich mehr, als die üblichen Theaterstücke die man kennt.