Die größten Dramatiker Europas

Das Aristotelische Drama

Das Drama ist schon seit dem Zeitalter der Antike eine sehr beliebte und bekannte literarische Form. Aristoteles war derjenige, der Maßstäbe dafür setzte, wie ein Drama auszusehen hat. Er hat von fünf Akten gesprochen und die drei Einheiten eingeführt und zwar die Einheit der Handlung, der Zeit und des Ortes. Darüber hinaus ist dank ihm den Terminus Katharsis bekannt geworden, worunter man die Reinigung von bestimmten Affekten bei Lesern bzw. Zuschauern versteht. Dies ist eine der wirkungsmächtigsten Ideen der Literaturgeschichte, die in den folgenden Jahrhunderten von uns heute bekannten Autoren immer wieder aufgegriffen wurde und als Grundlage für ein gutes Stück gegolten hat.

Die besten Dramatiker kommen aus Großbritannien,  Frankreich und Deutschland

Neben Aristoteles und anderen antiken Autoren und Philosophen wie etwa Sophokles oder Euripides haben sich im Laufe der Zeit viele außerordentliche Dramatiker herauskristallisiert. Die meist genannten Namen in der Literaturgeschichte sind britischer (Shakespeare, Beckett), französischen (Molière, Sartre) oder deutscher (Goethe, Schiller) Herkunft. Leider können wir uns in diesem Artikel nicht mit allen befassen, weshalb im folgenden Text eine Auswahl getroffen werden musste.

Shakespeare und seine Sprache

Einer der größten (wenn nicht der größte) Dramatiker aller Zeiten ist sicherlich William Shakespeare mit seinen zahlreichen, weltweit erfolgreichen Bühnenstücke wie Hamlet, Othello, König Lear, Macbeth, Viel Lärm um nichts, Romeo und Julia… Seine Komödien und Tragödien gehören zu den am häufigsten verfilmten und aufgeführten Stücken überhaupt.

Berühmt ist er außerdem noch für seine stilistische Vielfalt, die von der niedrigsten Gossen- bis zur höchsten Hofsprache reicht. Darüber hinaus umfasst der Wortschatz, den er beim Schreiben seiner Werke benutzte, nahezu 18 000 Wörter. Noch hinzufügen sollte man die Bedeutung seiner Bildersprache und das Einführen neuer Wörter, wo es auch immer Bedarf daran gab. Einige von denen sind bis heute erhalten geblieben.

Weimarer Klassik

Zwei weitere Autoren die in diesem Kontext zu nennen sind, sind auf jeden Fall die beiden Vertreter der Weimarer Klassik – Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller. Goethe hat mit seinem Faust ein Thema aufgegriffen, dass schon vor seiner Zeit aktuell war und nach seiner Zeit aktuell blieb – der Wunsch zur ewigen Jugend und Unsterblichkeit. Hierfür ist Goethes Held bereit, einen Pakt mit dem Teufel zu schließen und seine Seele dafür herzugeben.

Friedrich Schiller hat sich andererseits mit dem Thema Absturz der Großen beschäftigt. In seinen historischen Dramen Wallenstein, Maria Stuart und Jean d’Arc die gleichnamigen Personen zu Haupthelden seiner Werke gemacht und ihren Absturz als Thema genommen. Je höher man ist, desto tiefer fällt man. Bei den Zuschauern kamen diese Stücke sehr gut an, da sie sich auch mit Königen und Helden identifizieren konnten und sie sehen konnten, dass auch die Großen leiden.

Episches Theater

Das Aristotelische Drama war nicht bei allen so beliebt. Bertolt Brecht hatte etwas dagegen einzuwenden. Er war der Meinung, dass Katharsis nicht das Ziel einer Aufführung ist. Die Zuschauer sollten nicht mit den Helden mitfühlen und sich mit ihnen identifizieren. Man sollte sich von den Ereignissen auf der Bühne distanzieren und vernünftig über sie nachdenken. Deshalb hat Brecht den V-Effekt eingeführt (Verfremdungseffekt) – im Moment wo die Zuschauer in die Handlung mit voller Aufmerksamkeit verfolgen, fügt er irgendein Element ein, das von der Haupthandlung ablenkt z.B. verrückte Kostüme, eine für die bisherige Handlung nicht relevante Person usw.

Brecht ist es nach Aristoteles gelungen, eine vollkommen andere Art des Theaters zu schaffen – das epische Theater. Welches von diesen beiden uns mehr gefällt, bleibt bei uns zu entscheiden.