Bertolt Brecht – Dichter und Dramatiker

Bertolt Brecht ist einer der einflussreichsten deutschen Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunderts. Er prägte das Theater in Deutschland und seine Werke werden immer noch weltweit aufgeführt. Brecht hat das epische Theater begründet und auch umgesetzt. Mit seinen Werken und Auftritten versuchte Brecht Einfluss auf die Menschen und auch die Politik zu nehmen.

Sein Leben

Bertold Brecht wurde am 10. Februar 1898 in Augsburg geboren. Er begann schon früh zu dichten und brachte zusammen mit seinem Freund als er 15 Jahre alt war eine Schülerzeitung heraus. Brecht schrieb weitere Gedichte, Dramenentwürfe und Geschichten. Während dem Ersten Weltkrieg konnte er meist patriotische Reportagen von der Heimatfront, Prosatexte und Gedichte in lokalen und auch regionalen Medien veröffentlichen. Von 1917 bis 1918 studierte Brecht Naturwissenschaften, Medizin und Literatur. Er fokussierte sich aber eher auf die Literatur und besuchte kaum medizinische Vorlesungen. In der zweiten Hälfte der 1920er Jahren entwickelte sich Brecht zu einem überzeugten Kommunisten und verfolgte mit seinen Werken politische Ziele. Am Anfang des Jahres 1933 wurde Brecht wegen Hochverrats angeklagt und nach dem Reichstagsbrand gelang ihm die Flucht aus Deutschland nach Amerika. Am 22. Oktober 1948 kehrte Brecht wieder nach Ost-Berlin zurück. Die Stadt liegt in Trümmern, doch das Theater am Schiffbauerdamm ist unzerstört. Hier wollte Brecht seine im Exil geschriebenen Stücke wie die “Mutter Courage”, den “Puntila” und den “Galilei” selbst inszenieren. Zusammen mit Ernst Busch, Hanns Eisler, Helene Weigel und Paul Dessau gründete er das bekannte Berliner Ensemble. Dieses kann aber erst im März 1954 ins Theater am Schiffbauerdamm umziehen. Zuvor waren sie im Deutschen Theater. Nach der Premiere des “Kaukasischen Kreidekreis” beginnt Brecht mit den Proben zu “Galilei”. Doch Ende April 1956 erliegt er einer Virusgrippe, die er im Charité versucht auszukurieren. Sein Zustand verschlechtert sich aber schnell und er stirbt am 14. August 1956 an den Folgen eines Herzinfarkts. Er hinterlässt seine Frau und vier Kinder Barbara, Stefan, Hanne und Frank.

Seine Werke

Brechts Werke umfassen eine große Variation an Dramen, Gedichte, Lieder, Romane, Tragödie, Erzählungen, Operntexte, Hörspiele, Komödien, Szenen und Lehrstücke. Bekannt war er für seine veröffentlichten Dramen:

“Baal” (1918)

“Trommeln in der Nacht” (1922)

“Im Dickicht der Städte” (1924)

“Leben Eduards II. von England” (1924)

“Mann ist Mann” (1927)

“Die heilige Johanna der Schlachthöfe” (1932)

“Die Gewehre der Frau Carrar” (1937)

“Der unaufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui” (1941)

“Leben des Galilei” (1943)

“Die Geschichte der Simone Machard” (1943 mit Lion Feuchtwanger)

“Herr Puntila und sein Knecht Matti” (1948)

“Der kaukasische Kreidekreis” (1949)

“Die Tage der Kommune” (1949)

Seine großen Stücke werden weltweit aufgeführt und gehören zum Repertoire jedes angesehenen Theaterspielhauses. “Mutter Courage und ihre Kinder”, hat Brecht im schwedischen Exil geschrieben und wurde 1941 in Zürich uraufgeführt. Auf deutschsprachigen Bühnen wird „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ noch oft gespielt.

Die Dreigroschenoper

Die Premiere der „Dreigroschenoper“ verhalf ihm am 31. August 1928 zu seinem großen Durchbruch. Er wurde über Nacht berühmt und zählte zu den Stars der Theaterszene der Weimarer Republik. Die Uraufführung fand im Theater am Schiffbauerdamm in Berlin statt. Dieses Stück besteht aus einem Vorspiel und acht Bildern und wird mit Musik begleitet. Es zählt zu den erfolgreichsten deutschen Theateraufführungen bis 1933. Einige Musiknummern wie die Moritat von Mackie Messer dadurch sogar Welthits.

Das Stück spielt im Stadtteil Soho in London während des 18. Jahrhunderts. Es beginnt auf einem Jahrmarkt. Ein Moritatensänger heiratet die Tochter des Bettlerkönigs Peachum. Dieser erfreute die Hochzeit gar nicht und liefert den Gauner der Polizei aus. Er versucht zu fliehen, wird aber von der Polizei gefasst. Die Tochter des Polizeichefs verhalf ihm zur Flucht. Doch er wird erneut verraten, verhaftet und zum Tode verurteilt. Vor der Hinrichtung wird Mackie aber begnadigt und in den Adelsstand erhoben.